Grindelwald

Der Name Grindelwald ist ein ursprünglicher Flurname und setzt sich aus den althochdeutschen Wörtern grintil (Riegel, Sperre) und walt (Wald) zusammen.
Der Ort lebt hauptsächlich vom Tourismus. Im Winter kommen vor allem Skifahrer, im Sommer Wanderer und Touristen, die die einmalige Bergkulisse mit dem Fünfgespann Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau bewundern.
Das sich von West nach Ost erstreckende, 16 Kilometer lange und von der Schwarzen Lütschine durchflossene Grindelwaldtal ist im Süden von Fiescherhörnern und Eiger, im Westen durch Kleine Scheidegg, Tschuggen und Männlichen, im Norden von Faulhorn und Schwarzhorn und im Osten durch Grosse Scheidegg, Wetterhornmassiv und Schreckhörner begrenzt.

Grindelwald liegt im obersten Teil der Talschaft in einer auf drei Seiten recht flachen Mulde. Nirgendwo werden die Namen der ersten Siedler und in keiner Chronik der Zeitpunkt ihres Erscheinens genannt. Mit ziemlicher Sicherheit sind die ersten Bewohner des Grindelwaldtales Bergkelten gewesen, die wahrscheinlich im ersten nachchristlichen Jahrtausend über die beiden Scheideggen einwanderten.

Grindelwald Lied

Das Lied wurde erfasst 1897/98 in Grindelwalderdialekt vom «Gletscherpfarrer» Gottfried Strasser

In Grindelwald den Gletschren by, da cha mu gäbig läben! Mier hei so lang mer hie scho syn nie lengi Zyt no ghäben. Da gangid wa n ach d'Aerde treid, zum Mond, uf d'Sunna, wen er weid, iehr findid nid vo Form und Gstalt es schenders Tal wan Grindelwald!1In Grindelwald bei den Gletschern, da lässt es sich gut leben! Wir haben seit wir hier leben noch nie etwas vermisst. Geht wohin Euch die Füsse tragen, zum Mond, auf die Sonne, wenn Ihr wollt, Ihr findet nicht von Form und Gestalt ein schöneres Tal als Grindelwald!

In Grindelwald den Gletschren by, da chas schon eppa guxen, u z'zytewys tued o echlyn der Fehnd is chon ga fuxen. Das macht is nyd, mier sinne: Chuut! So hei mer numen ehnder Chruud. In Hibsch u Leid, i Warm u Chald keis schenders Tal wan Grindelwald!In Grindelwald bei den Gletschern, da schneit es manchmal sehr stark, und zeitweise macht uns auch der starke Wind etwas zu schaffen. Das macht und nichts, wir denken: blas! So wird es nur eher wieder grün. In Gut und Leid, in Warm und Kalt kein schöneres Tal als Grindelwald!

In Grindelwald den Gletschren by, da wei m'r d'Fryheit bhalten, wei genge tapfer Schwyzer syn u d's Härz nid lan erchalten. Fir d's Guete wei mer firhistahn u d'Schlächtigkeit nid inhalan. U singe wei mer jung und alt: Keis schenders Tal wan Grindelwald!In Grindelwald bei den Gletschern, wollen wir die Freiheit behalten, wollen immer tapfere Schweizer sein und das Herz nicht erkalten lassen. Für das Gute wollen wir einstehen und das Schlechte nicht hereinlassen. Und singen wollen wir jung und alt: Kein schöneres Tal als Grindelwald!

In Grindelwald den Gletschren by, chund eis der Tod - Gottwilchen! Hie wei mer o vergraben syn im Frythof bin d'r Chilchen. O chlagid nid bin yser Lych! Der einzig Ort isch d's Himelrych, wa's ysereim no besser g'gfalld wan hie im schenen Grindelwald!In Grindelwald bei den Gletschern, kommt mal der Tod - so will es Gott! Hier wollen wir begraben sein Auf dem Friedhof bei der Kirche. Klagt nicht bei unserer Beerdigung! Der einzige Ort ist das Himmelreich, wo es uns noch besser gefällt als hier im schönen Grindelwald!

 

(eigene und freie Uebersetzung in die deutsche Sprache)